Nachdenkliches



(Di)achron

Los! Die Zeit läuft.
Säuft.
Zwängt. Drängt. Hängt.
Geh einfach zur Seite. – Zeit, los, zur Seite!
Zeitlos.


Funktioniert

Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Stimmt.“
(Ich)

🙂


Huch…?!

Entfleuchte Ideen. Die Welt ist voll davon.
Vielleicht ist das der Motor der Welt…?

😉


Imagine

Wusstest Du, dass man sich an Luft schubbern kann?
#mitdemrückenamventilator
Dann kann man bestimmt auch drauf laufen.


In die Nähe geschweift

Ich hab ein Wurmloch gefunden
in eine andre Welt! – Wie bestellt
lag es da an dem Pfad hinterm Feld.
Die Lasten des Alltags, Furcht, Beklommenheit –
für Sekunden verschwunden
in Ewigkeit.

Da war niemand. Und doch war’s voller Leben.
Urlaub tut gut.

#sommeristschön

 


Januar 1991

Eine Kerze brennt.

Ihr heller Schein
ist ein Zeichen der Hoffnung.

In diesem Schein sammeln sich
die Ängste
aller Menschen auf der Welt,

und der Schein trägt sie
zum Himmel.


Knigge2020-Rap

Ein schöner Tag soll’s heut sein,
der Pfad im Park allein dein,
du lädst zwei Homies dir ein,
joggend bei Dir zu sein
im Sonnenschein.

[Hier wird’s me-loo-disch…]
Verrückte Zeiten, in denen wir le’m:
Fernstehn heißt nahstehn.

Ihr lauft ne’m‘nander zu drein?
Lasst das mal bitte kurz sein,
sonst ist der Abstand zu den Fremden da vorne zu klein.
Hintereinander ist fein,
denn damit schützt ihr uns alle – Hashtag Heiligenschein!

[Hier wird’s me-loo-disch…]
Das kommt an jede good old Graffiti-Wand:
Abstand zeigt Anstand!


Nerdy

The moment you enter the woods, wonders emerge.
Blue microneurae playing hover-on-the-path.
Odours, tangy, from the womb of the Earth,
fermented hay meeting sweet leafy freshness.
Sunlit patches adorning the forest with light, the symbol of life
on the acid yet fertile, peaceful soil. A shelter for every soul.

We have not forgotten the sense of danger
taught to us by thousands and thousands of years
of shunning bramble-lined thickets.
Yet fear is encased in vivid solidity, base of the world.
Sparrows hopping along with me, red kites sailing on the fringe of the green:
Dinosaurs everywhere.


Ostermontag

Dann und wann ein Anflug von Grasduft.
Fester Wegstein leuchtet im Sonnenlicht.
Abend am Meer. Ein Wunder.


Probier mal

Mit nichts als Deinem nackten Glauben geh,
der täglich neu, verändernd und gefährdet.
Laß Dir das Leben schenken, staune, liebe
die Welt – auch wenn sie seltsam sich gebärdet.
So ist sie eben! Drum bleib Du geerdet.


Rückbau

An Flüssen baute man von jeher Dörfer,
teils mit Gehegen von enormer Stärke,
erhielt so Nahrung, Energie und Körper.
Heute baut man dort Atomkraftwerke –
man hofft wohl sehr, dass niemand es bemerke.


Transtemporär

Kennst du die leuchtende Zeitlosigkeit,
wenn der Blütentraum gegen den Himmel erstrahlt?
Das himmlische Blau der Ewigkeit.

Mag diesen Blütenstand Napoleon kennen,
ein Bauernmädchen des Mittelalters,
ein antiker Herrscher
oder Bürger, Bauer, Bettelmann?

Es trägt uns auf heimliche Weise
unmerklich in alle Zeit.
Es ist, als ob erführen wir
alle Zeit zugleich.

Die Natur lebt.
Bruder, siehst Du, wie schön
die Welt ist?


Für Dich

Die Verse, die sich „Lyrik“ nennen,
sind kaum vom Kinderreim zu trennen.

Doch hoff’ ich, daß, wenn Du sie liest,
ein Teil der Schönheit überfließt,

die ich erkannt
und plump genannt
mit Scheuklappenverstand.


Oha…

Einsamkeit im Schulalltag?
Nimm’s Relibuch zur Hand:

Gottvertrauen, bunte Bilder,
die Einen des Einen sind Eins.

Weiterblättern, immer noch vertrauend;
die Ruhe des Gleichklangs tut gut.

Dann herzschlagentrhythmend Seite 69.
Brutaler Rap, menschenverachtend,
den Rap selbst verachtend, wie’s scheint.

Nicht Behauptung im Leid, nur Rache und Hass,
zerrbildunterfüttert.
Kein Relibuch mehr, nur buckelnde Reklame,
sinnentleert.

Gemein.


Schietwedder

Es leuchtet, bläst und sandstrahlt durch die Welt.
Ich bin draußen, weil mir das gefällt.


Schietwedder, aber so richtig

Die Welt, erstarrt in üblem Nachtesnebel,
erfährt Erleicht’rung, augenblinzelkurz, im Türenknall:

Weil immer noch der Zeiten Lauf besteht,
in dem allein je Menschentat entsteht.
Gut, dass der Hoffnung Wind im Inn‘ren weht,
der – Paradieseskind – niemals vergeht.


Selbstportrait

Ich kenne kein Tabu außer der Unmenschlichkeit:
Respekt dem Leben, allerorten heilig!

Ich fühle wenig Gier und keinen Hass,
Selbst-Süchte täglich überwindend.

Mein Pfad ist selten nur der ausgetret’ne,
und dennoch scheint er mir vorherbestimmt.

Angst und Wut sind ständige Begleiter,
doch mehr noch Liebe und Gottseligkeit.

Danke dafür.

* * * * * * *


Strategie

Dafür? Dagegen? Gar vereint?
Durchfühlt, durchdacht, manchmal durchweint,
dann ruhig gelächelt; Sinn erscheint:
je nur DAFÜR.


Aussaat

Verlernt der Mensch, das Mondrund zu betrachten,
das ihn gelehrt die Zeit, den Geist, die Kunst und auch das Leben,

und muss er fremder Habgier Logik stets beachten,
anstatt das Haupt in Liebe zu erheben,

so wird er nicht vergessen Pflug und Schippe –
doch seine Wurzeln, und die seiner Sippe.


Verblüffend

Meine Katze knabbert am Hausschuh.
Interkulturelles Lernen:
Sie spielt Hündchen.

🙂


Familie (Marias Lied)

Bruder, gib mir Deine Hand!
Du bist Sonne, Feuer, Erde und der weiße Sand am Strand.

Du bist Wasser, Vogel, Gräser
und die Blumen auf dem Rasen.
Doch Du bist auch in den Städten
dieser Dieb, von dem wir lasen.

Du bist im Gefängnis, und Du wehrst Dich aggressiv.
Du bist krank und Du bist arm, und für Dich läuft alles schief.

Doch genauso bist Du glücklich,
bist das kleine Kind, das spielt,
bist das Lachen im Gesichte
jener Hausfrau, die dort spült.

Du bist jedes Glück, das große
und das kleine im Tumult –
Du bist die besondre Rose,
die niemand sieht, der hektisch buhlt.

Dafür möchte ich Dir danken,
dass es einen Lichtblick gibt,
auch wenn wir ihn oft nicht sehen,
weil uns grad „gar nichts mehr“ glückt.

Die Dunkelheit zu überwinden,
dafür brauchte ich Dich so.
Denn ohne Deine ständge Hilfe
wär die Welt so kalt, so roh.

Das, was Du mir stetig schenkst,
das möchte ich Dir wiedergeben
und nicht ganz fixiert nur sein
auf mein eignes Überleben.

Ich möchte leben und auch lieben,
ich bitte Dich, gewähr es mir!
Ich würde frei ein Opfer bringen,
zu nützen mir und, Bruder, Dir.

Doch zum größten Opfer, Bruder, dazu bin ich nicht bereit.
Nimm alles andere von mir, verzeih mir meine Eitelkeit!

Ich lieb’ des Lebens weißen Strand.
Schmetterling, Bruder, reich mir Deine Hand.

* * *


Unbeschult

Paradiestag
Diktiert offener Feder
lebendige Worte

Schamanenkind
Verwandtes Wesen

Was wirst Du lernen, die Du alles verstehst?

* * *